Mascara-Verpackung lesen: Symbole und Angaben verstehen
Füllmenge, Symbol des geöffneten Tiegels, INCI-Liste, Chargennummer und Werbeaussagen: Was auf einer Mascara-Verpackung steht und was es bedeutet.

Die Verpackung einer Mascara ist klein, und doch trägt sie eine Reihe von Angaben, die das Gesetz verlangt. Daneben stehen Aussagen, die der Hersteller frei wählt. Wer beides auseinanderhält, liest ein Produkt sehr viel genauer.
Pflichtangaben und Werbeaussagen trennen
Auf Kosmetik, die in der EU verkauft wird, müssen bestimmte Informationen stehen. Dazu gehören:
- Name und Anschrift der verantwortlichen Person, also des Unternehmens, das für das Produkt einsteht
- die Füllmenge, außer bei sehr kleinen Packungen
- Angaben zur Haltbarkeit
- die Chargennummer
- der Verwendungszweck, sofern er sich nicht aus der Aufmachung ergibt
- die Liste der Inhaltsstoffe
- besondere Vorsichtsmaßnahmen, falls erforderlich
Alles Übrige, vom Produktnamen bis zu Begriffen wie Volumen oder Länge, ist Auslobung. Auch Werbeaussagen dürfen nicht irreführen. Sie sind aber keine genormten Messwerte.
Füllmenge und Haltbarkeit
Die Füllmenge wird in Millilitern oder Gramm angegeben. Bei Mascara sagt sie wenig über die Dauer der Nutzung, denn begrenzend wirkt meist die Haltbarkeit.
Zwei Zeichen sind zu unterscheiden:
| Symbol | Bedeutung |
|---|---|
| Geöffneter Tiegel mit Zahl und M | Verwendungsdauer nach dem Öffnen in Monaten, kurz PAO |
| Sanduhr oder „Mindestens haltbar bis“ | Mindesthaltbarkeitsdatum des ungeöffneten Produkts |
Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nur vorgeschrieben, wenn ein Produkt ungeöffnet höchstens 30 Monate haltbar ist. Viele Mascaras tragen daher allein das Tiegel-Symbol. Die dort genannte Frist beginnt mit dem ersten Öffnen. Notieren Sie das Datum auf der Hülse oder im Kalender.
Ein Beispiel für eine Herstellerangabe von sechs Monaten nach dem Öffnen zeigt das Produktporträt zur Peptid Mascara Volume Max von QUALASH (Anzeige).
Die Frist nach dem Öffnen ist eine Obergrenze. Verändert die Mascara vorher Geruch, Farbe oder Konsistenz, wird sie ersetzt. Dasselbe gilt nach einer Entzündung am Auge.
Die INCI-Liste
Die Inhaltsstoffe stehen unter der Überschrift „Ingredients“. Die Bezeichnungen folgen einer international einheitlichen Nomenklatur, der INCI.
Drei Regeln genügen für das Lesen:
- Die Stoffe stehen in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils.
- Stoffe mit einem Anteil unter einem Prozent dürfen am Ende in beliebiger Reihenfolge stehen.
- Farbstoffe dürfen zum Schluss in beliebiger Reihenfolge stehen und tragen in der Regel CI-Nummern.
Ist die Verpackung zu klein, darf die Liste auf einem Beipackzettel, einem Etikett oder Anhänger stehen. Darauf weist das Symbol einer Hand in einem aufgeschlagenen Buch hin. Was die CI-Nummern bedeuten, erklärt der Beitrag Schwarzpigmente in Mascara.
Chargennummer und verantwortliche Person
Die Chargennummer ist eine Folge aus Ziffern und Buchstaben, oft eingeprägt am Boden der Hülse oder auf der Faltschachtel. Sie erlaubt dem Hersteller, eine Produktionseinheit zurückzuverfolgen. Bewahren Sie die Faltschachtel auf, bis Sie sicher sind, dass Sie das Produkt vertragen. Bei einer Reklamation ist die Nummer hilfreich.
Die Anschrift der verantwortlichen Person muss innerhalb der EU liegen. Sie ist Ihr Ansprechpartner für Fragen zur Zusammensetzung.
Im Onlinehandel lohnt ein Blick darauf, wer als Verkäufer auftritt. Bei Angeboten aus zweiter Hand oder ohne erkennbare Herkunft fehlen mitunter Faltschachtel und Chargennummer. Am Auge ist das kein Feld für Kompromisse.
Freiwillige Aussagen einordnen
Viele Begriffe auf der Vorderseite klingen präzise, sind es aber nur bedingt.
| Aussage | Einordnung |
|---|---|
| Wasserfest, wasserresistent | Beschreibung des Herstellers nach eigener Prüfung |
| Vegan | Angabe des Herstellers, in der Regel ohne tierische Bestandteile gemeint. Siegel haben je eigene Kriterien |
| Für empfindliche Augen | Hinweis auf die Ausrichtung der Formel, keine Garantie für Verträglichkeit |
| Tiefschwarz, Volumen, Länge | Beschreibung des angestrebten Effekts |
Solche Aussagen sind nützlich, um ein Produkt einzuordnen. Sie ersetzen nicht den Blick auf die Deklaration und die eigene Erfahrung. Was pflegende Zusätze in einer Tusche bedeuten, lesen Sie unter Pflegestoffe in Mascara.
Kurz gesagt: Verbindlich sind Füllmenge, Haltbarkeit, Charge, verantwortliche Person und INCI-Liste. Begriffe wie wasserfest, vegan oder tiefschwarz sind Aussagen des Herstellers und als solche zu lesen.
Eine Prüfliste für den Kauf
Vor dem Gang zur Kasse genügen wenige Blicke.
- Ist die Verpackung unversehrt und versiegelt oder erkennbar ungeöffnet?
- Welche Frist nennt das Tiegel-Symbol, und passt sie zu Ihrer Nutzung?
- Ist die INCI-Liste zugänglich, und enthält sie Stoffe, die Sie meiden?
- Stimmen Auslobung und Deklaration überein?
- Gibt es Hinweise zur Anwendung oder Warnhinweise?
Im Onlinehandel sollten diese Angaben auf der Produktseite stehen. Fehlt die vollständige Liste der Inhaltsstoffe, ist eine Nachfrage beim Anbieter angebracht.
Auch die sorgfältigste Lektüre sagt nicht voraus, wie Ihre Augen reagieren. Treten Brennen, Jucken oder Rötung auf, verwenden Sie das Produkt nicht weiter und lassen Sie anhaltende Beschwerden ärztlich abklären.
Häufige Fragen
Wo finde ich die Haltbarkeit einer Mascara?
Am Symbol des geöffneten Tiegels mit einer Zahl und dem Buchstaben M. Es nennt die Zahl der Monate, in denen das Produkt nach dem ersten Öffnen verwendet werden kann.
Warum steht auf mancher Mascara kein Haltbarkeitsdatum?
Ein Mindesthaltbarkeitsdatum ist nur vorgeschrieben, wenn ein Kosmetikum ungeöffnet höchstens 30 Monate haltbar ist. Bei längerer Haltbarkeit genügt die Angabe der Frist nach dem Öffnen.
Was sagt die Chargennummer aus?
Sie ordnet das Produkt einer Herstellungscharge zu. Für Verbraucherinnen ist sie vor allem bei Rückfragen oder Reklamationen nützlich.
Ist wasserfest eine genormte Angabe?
Für Mascara ist uns kein einheitlicher, verbindlicher Prüfstandard bekannt. Hersteller verwenden die Begriffe wasserfest und wasserresistent nach eigener Prüfung.


