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Schwarzpigmente in Mascara: Was Tiefschwarz ausmacht

Eisenoxid oder Carbon Black: Welche Pigmente Mascara schwarz färben, wie Sie die CI-Nummern in der Deklaration lesen und warum Schwarz verschieden wirkt.

  • 4 Min. Lesezeit
  • Redaktion viplashes-us.de
Feine schwarze Tuschelinien auf goldbraunem Grund

Schwarze Mascara wirkt wie eine Selbstverständlichkeit. Wer jedoch zwei Produkte nebeneinander aufträgt, sieht Unterschiede: kühles Tiefschwarz, weiches Anthrazit, ein Hauch Braun. Die Erklärung steht in der Deklaration, genauer in den Nummern am Ende der Liste.

Farbstoffe in der INCI-Liste erkennen

Farbstoffe werden in der EU in der Regel nicht mit ihrem chemischen Namen, sondern mit einer Nummer des Colour Index angegeben. Sie beginnt mit dem Kürzel CI und steht in der Regel am Ende der Inhaltsstoffliste.

Zugelassen sind nur Farbstoffe, die in der europäischen Kosmetikverordnung aufgeführt sind. Für einige gelten Einschränkungen, etwa für die Verwendung in Augennähe. Ein Hersteller, der eine Mascara in der EU anbietet, muss diese Vorgaben einhalten.

Steht vor den Nummern der Hinweis +/- oder die Formulierung „may contain“, gilt die Liste für mehrere Farbvarianten. Nicht jeder genannte Farbstoff ist dann in jeder Nuance enthalten. Weitere Kürzel aus der Deklaration erklärt das Glossar.

Die beiden wichtigsten Schwarzpigmente

Für Schwarz kommen vor allem zwei Pigmente in Betracht.

Pigment CI-Nummer Eigenschaften
Schwarzes Eisenoxid CI 77499 Mineralisches Pigment, sehr verbreitet, gilt als eher weiches bis neutrales Schwarz
Carbon Black CI 77266 Kohlenstoffpigment, gilt als sehr farbstark und tiefschwarz

Schwarzes Eisenoxid ist das klassische Mascara-Pigment. Carbon Black ist als kosmetischer Farbstoff in der EU zugelassen. Für die Form mit besonders kleinen Teilchen, die Nanoform, gelten zusätzliche Auflagen. In der Deklaration ist sie am Zusatz „(nano)“ zu erkennen.

Welches Pigment verwendet wird, sagt für sich genommen nichts über die Güte einer Mascara. Beide sind etabliert. Die Wahl ist eine Entscheidung der Formulierung.

Manche Formeln kombinieren beide Pigmente. In der Deklaration stehen dann beide Nummern hintereinander. Über das Mischungsverhältnis gibt die Liste keine Auskunft.

Warum Schwarz verschieden wirkt

Der Farbeindruck entsteht aus mehreren Faktoren.

  • Art des Pigments: Eisenoxid und Carbon Black haben einen unterschiedlichen Grundton.
  • Menge: Mehr Pigment bedeutet in der Regel mehr Deckkraft. Die Deklaration nennt allerdings keine Mengen.
  • Verteilung: Fein und gleichmäßig verteilte Pigmente ergeben ein geschlossenes Schwarz. Ungleichmäßige Verteilung wirkt gräulich.
  • Finish: Eine glänzende Oberfläche lässt Schwarz tiefer erscheinen, eine matte eher samtig.
  • Schichtdicke: Eine dünne Schicht auf hellen Wimpern wirkt transparenter als auf dunklen.

Der Begriff „tiefschwarz“ auf einer Verpackung ist deshalb eine Beschreibung des Herstellers und keine genormte Angabe. Wie Sie Schwarzton und Finish am eigenen Auge beurteilen, zeigt der Beitrag Mascara-Textur und Finish.

Braun, Blau und andere Töne

Auch dunkle Farbmascara beruht häufig auf einer Mischung weniger Pigmente. Die folgenden Kombinationen sind Beispiele, maßgeblich ist die Deklaration des jeweiligen Produkts.

Farbton Typische Pigmente
Braun Mischung aus schwarzem, rotem (CI 77491) und gelbem Eisenoxid (CI 77492)
Blauschwarz Schwarzpigment mit Ultramarin (CI 77007) oder Eisenblau (CI 77510)
Aufgehellte Töne Zusatz von Titandioxid (CI 77891)

Wer den Grundton einer schwarzen Mascara verstehen möchte, findet hier einen Hinweis. Stehen neben dem Schwarzpigment auch rote und gelbe Eisenoxide in der Liste, kann das Schwarz wärmer ausfallen. Sicher ist das nur, wenn die Liste für eine einzige Farbvariante gilt.

Kurz gesagt: Schwarze Mascara enthält meist schwarzes Eisenoxid (CI 77499), Carbon Black (CI 77266) oder beide. Wie tief das Schwarz wirkt, bestimmen außerdem Menge, Verteilung und Finish.

Was die Pigmente nicht verraten

Die Farbstoffe sind nur ein Teil der Formel. Über Halt, Tragegefühl und Verträglichkeit sagen sie wenig aus. Dafür sind Wachse, Filmbildner und die flüssige Phase verantwortlich. Hinzu kommen Stoffe, die als Pflege ausgelobt werden. Was es damit auf sich hat, lesen Sie unter Pflegestoffe in Mascara. Wie ein Hersteller den Pflegeanteil einer Peptid-Mascara selbst beschreibt, können Sie beispielsweise auf qualash.com nachlesen.

Ebenso wenig lässt sich aus den CI-Nummern ableiten, ob eine Mascara krümelt oder verschmiert. Das zeigt erst der Alltag.

Praktische Folgerungen

Aus dem Wissen um die Pigmente ergeben sich einige nüchterne Hinweise für den Kauf.

  1. Lesen Sie das Ende der INCI-Liste und notieren Sie die CI-Nummern Ihrer bisherigen Mascara. So erkennen Sie, welches Schwarz Sie gewohnt sind.
  2. Vergleichen Sie neue Produkte bei Tageslicht, nicht unter Kunstlicht.
  3. Beurteilen Sie den Schwarzton auf den eigenen Wimpern. Auf dem Handrücken wirkt jede Tusche anders.
  4. Erwarten Sie von einer Pigmentangabe keine Aussage über die Qualität.

Wer auf einen bestimmten Farbstoff reagiert hat, kann ihn über die CI-Nummer gezielt meiden. Besprechen Sie eine solche Vermutung zunächst mit einer Hautärztin oder einem Hautarzt, bevor Sie Produkte auf Verdacht aussortieren.

Häufige Fragen

Was bedeutet CI 77499?

CI steht für Colour Index. Die Nummer 77499 bezeichnet schwarzes Eisenoxid, ein in Mascara sehr verbreitetes Schwarzpigment.

Was bedeutet das Zeichen +/- vor den Farbstoffen?

Es zeigt an, dass die folgenden Farbstoffe je nach Farbvariante enthalten sein können. So genügt eine gemeinsame Liste für mehrere Nuancen eines Produkts.

Ist eine Mascara mit Carbon Black schwärzer?

Carbon Black gilt als besonders farbstark. Wie tief ein Schwarz am Ende wirkt, hängt aber auch von Pigmentmenge, Verteilung und Finish der Formel ab.

Können Pigmente die Augen reizen?

Jeder Inhaltsstoff kann im Einzelfall nicht vertragen werden. Bei Brennen, Jucken oder Rötung setzen Sie das Produkt ab und lassen anhaltende Beschwerden ärztlich abklären.

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